Steuerberaterkammer Hessen

Steuerberaterkammer Hessen

FAQs zum Bestellungsverfahren

Kann man schon vor Bestehen der Steuerberaterprüfung einen Antrag auf Bestellung als Steuerberater/in stellen?
Bereits nach der erfolgreich abgelegten schriftlichen Prüfung kann der Antrag gestellt werden, unter gleichzeitiger Mitteilung des Termins für die mündliche Prüfung. Die Bescheinigung über die erfolgreich abgelegte Steuerberaterprüfung ist dann sobald als möglich nachzureichen.

Was ist hinsichtlich des Führungszeugnisses zu beachten?
Bei dem zu beantragenden Führungszeugnis muss es sich um die Belegart O handeln (eine andere Belegart ist nicht ausreichend). Das Führungszeugnis sollte möglichst frühzeitig bei der Meldebehörde beantragt werden, die das Zeugnis dann direkt an die Steuerberaterkammer Hessen sendet.

Welche Versicherungsbestätigung benötigt der/die Antragsteller/in?
Bei selbständiger Berufsausübung ist die Bestätigung eines Versicherers oder eine vorläufige Deckungszusage einer Berufshaftpflichtversicherung einzureichen. Hierbei ist das Original vorzulegen. Bei einer vorläufigen Deckungszusage ist umgehend nach der Bestellung der Abschluss der Berufshaftpflichtversicherung durch eine Bestätigung des Versicherers nachzuweisen.

Bei ausschließlich unselbständiger Tätigkeit oder ausschließlich freier Mitarbeit genügt der Nachweis der Mitversicherung bei dem Arbeitgeber/Auftraggeber (§ 40 Abs. 3 Nr. 3 StBerG, § 51 Abs. 2 und Abs. 3 DVStB). Der Nachweis kann durch eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers/Auftraggebers erbracht werden.  
Handelt es sich bei dem Arbeitgeber/Auftraggeber nicht um ein Mitglied der Steuerberaterkammer Hessen, bitte der Bestätigung des Arbeitgebers/Auftraggebers eine Kopie der Versicherungsbestätigung oder des Versicherungsscheins beifügen (§ 51 Abs. 2 Satz 2 DVStB).
Bestehen mehrere Beschäftigungsverhältnisse, sind von jedem Arbeitgeber/Auftraggeber entsprechende Bestätigungen einzureichen.

Auf welche Weise erfolgt die Bestellung als Steuerberater/in?
Die Bestellung findet in der Geschäftsstelle der Steuerberaterkammer Hessen, Bleichstraße 1, 60313 Frankfurt am Main, durch Aushändigung der Bestellungsurkunde statt. Sobald der Antrag auf Bestellung sowie alle dazugehörigen Unterlagen und Erklärungen vollständig vorliegen, erhält der/die Bewerber/in eine schriftliche Einladung zur Bestellung.

Bei Fragen zum Bestellungsverfahren steht Ihnen die Steuerberaterkammer Hessen gerne auch telefonisch zur Verfügung:

Frau Löbel, Buchstaben A-H  Tel.: 069/153002-19
Frau Rosseel, Buchstaben I-Z  Tel.: 069/153002-20

Was ist bei einer Tätigkeit als Syndikus-Steuerberater zu beachten?
Das Achte Steuerberatungsänderungsgesetz mit § 58 Satz 2 Nr. 5 a StBerG ermöglicht es, als Syndikus-Steuerberater tätig zu werden.

Steuerberater dürfen danach auch als Angestellte bei Nichtberufsangehörigen tätig werden. Voraussetzung ist, dass sie im Rahmen des Anstellungsverhältnisses Tätigkeiten im Sinne des § 33 StBerG wahrnehmen und durch die Tätigkeit nicht die Pflicht zur unabhängigen und eigenverantwort-lichen Berufsausübung beeinträchtigt wird. Eine überwiegende oder ausschließliche Tätigkeit auf dem Gebiet des § 33 StBerG für den Arbeitgeber verlangt das Gesetz nicht. Dem Antrag auf Bestellung als Steuerberater/in bei gleichzeitiger Tätigkeit nach § 58 Satz 2 Nr. 5 a StBerG ist eine Arbeitgeberbescheinigung beizufügen.

Als berufliche Niederlassung des Syndikus-Steuerberaters gilt der Ort, von dem aus der Bewerber beabsichtigt, selbständig als Steuerberater tätig zu werden. Der Syndikus-Steuerberater ist verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung zu unterhalten. Der Bewerber kann jedoch neben seiner Tätigkeit in der Industrie auch statt einer selbständigen Tätigkeit als Steuerberater bei einem Berufsangehörigen als angestellter Steuerberater oder freier Mitarbeiter tätig werden. In diesem Fall gilt die regelmäßige Arbeitsstätte bei dem Berufsangehörigen als berufliche Niederlassung und der Versicherungsschutz kann über die bestehende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung des Arbeitgebers bzw. Auftraggebers erfolgen.

Im Zusammenhang mit dem rentenversicherungsrechtlichen Befreiungsverfahren für neu bestellte Syndikus-Steuerberater haben sich die Bundessteuerberaterkammer, der Deutsche Rentenversiche-rung Bund und die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen e. V. auf folgende Verfahrensweise verständigt:

Personen, die nach dem Inkrafttreten des Achten Steuerberatungsänderungsgesetzes (12.04.2008) als Steuerberater/in bestellt werden und zum Zeitpunkt der Bestellung bereits eine Beschäftigung im Sinne des § 58 Satz 2 Nr. 5 a StBerG begründet haben, legen ihrem Befreiungsantrag nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI eine Kopie der Bestellungsurkunde bei.

Bereits bestellte selbständig tätige Steuerberater, die eine Beschäftigung im Sinne des § 58 Satz 2 Nr. 5 a StBerG erst später aufnehmen und für diese nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit werden wollen, legen ihrem Befreiungsantrag eine Bestätigung der Steuer-beraterkammer bei, mit der eine positive Aussage darüber getroffen wird, dass es sich bei der Beschäf-tigung um eine berufsrechtlich zulässige Tätigkeit als Syndikus-Steuerberater handelt.

Das Gleiche gilt, wenn bei einem selbständigen Steuerberater angestellt tätige Steuerberater nun eine steuerberatende Tätigkeit in einem Unternehmen, gegebenenfalls zusätzlich, aufnehmen. Auch hier muss die Steuerberaterkammer positiv bestätigen, dass es sich bei der neuen Tätigkeit um eine berufsrechtlich zulässige Tätigkeit als Syndikus-Steuerberater handelt.

Was bedeutet die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter?
Besitzt ein Bewerber nicht die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter, so fehlt ihm die persönliche Eignung und die Bestellung ist zu versagen (§ 40 Abs. 2 Nr. 2 StBerG). Nach § 45 Abs. 1 StGB verliert derjenige für die Dauer von fünf Jahren die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter, der wegen eines Verbrechens (§ 12 Abs. 1 StGB) zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr verurteilt wurde.